Die Planung des weiteren Projektablaufs ist das wichtigste Ergebnis der strategischen Planung. Projektplanung bedeutet in dem hier diskutierten Zusammenhang, das Vorgehensmodell auf die Besonderheiten des Projektes anzupassen. Die Anpassung betrifft nicht nur die inhaltliche Ausgestaltung der einzelnen Projektphasen; in Abhängigkeit von institutionellen und rechtlichen Randbedingungen können auch einzelne Phasen (konzeptuelle Modellierung, Kosten-Nutzen-Analyse) entfallen.
Grundlage einer Projektplanung ist das Vorliegen einer grundlegenden Aufgaben- und Zielbeschreibung, die im Rahmen der Kurzanalyse erarbeitet wurde. Die in Tab. 1 genannten Kriterien für eine erfolgreiche Systemeinführung können weitere Anhaltspunkte bieten.
Vielfach wird für Informationssysteme die Forderung erhoben, dass die Dauer für den Aufbau eines Systems zwei Jahre nicht überschreiten sollte. Aufgrund einer sich ändernden Umwelt (veränderte politische Vorgaben, veränderte Mittelverfügbarkeit, Personalwechsel, organisatorische Änderungen, Weiterentwicklung der Informationstechnologie) wächst mit der Zeitdauer die Gefahr, dass ein Projekt nicht mehr den Anforderungen der Realität entspricht.
Die Projektlaufzeit im GIS-Bereich ist in der Tat ein sehr ernst zu nehmender Faktor und überschreitet zumindest in mittleren und großen Kommunen - insbesondere bei Einbeziehung der Erfassungsphase - in der Regel die eingeplanten Zeiten. Eine Reihe von Umständen wirken sich projektverzögernd aus und sind in der Planung zu berücksichtigen:
Welche organisatorischen Einheiten sind bei der GIS-Einführung zu integrieren?. Es besteht die Gefahr, Informationsinseln zu schaffen und dabei den Vorteil der verwaltungsweiten Informationsnutzung, beispielsweise mittels Internettechnologien, zu verspielen. Abteilungsübergreifende Integration schafft die Möglichkeit, Daten zusammenzuführen und durch die gemeinsame Auswertung Synergieeffekte zu erzielen. Notwendig ist die konstruktive Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten. Andererseits kann eine zu starke Konzentration GIS-relevanter Aufgaben auf einen Bereich zu signifikanten Verzögerungen führen.
Die gemeinsame Systemeinführung mit anderen Organisationen, wie einem örtlichen Energieversorgungsunternehmen, hilft, die Kostenlast auf mehrere Partner zu verteilen und führt in der Regel zu deutlichen Kostenvorteilen. Sie erfordert jedoch auch situationsspezifische Formen der Projektdurchführung, der Kommunikation und der Budgetierung. Bei der Systemauswahl gilt es, einen Kompromiss zwischen möglicherweise konkurrierenden Anforderungen zu finden. Einem Scheitern der Partnerschaft kann durch die deutliche Willenserklärung auf Führungsebene und insbesondere durch gutes Einvernehmen auf persönlicher Ebene vorgebeugt werden.
Als Teil der strategischen Planung ist die grundsätzliche Machbarkeit der Sy-stemeinführung nachzuweisen. Dafür sind verschiedene Voraussetzungen zu prüfen (HUXHOLD 1995):