Kosten-Nutzen-Betrachtung

Nutzenaspekte - Wegweiser für die GIS-Einführung

Aufgrund des hohen Investitionsbedarfs der GIS-Einführung werden Kriterien zur Beurteilung dieser Entscheidung benötigt. Daher ist die Betrachtung von Kosten und Nutzen im Rahmen des hier vorgestellten Phasenmodells von besonderer Bedeutung. Dazu muss sich die Nutzenermittlung auf eine umfangreiche Befragung der einzelnen Organisationseinheiten stützen. Auch bei monetär nur schwer bewertbaren Nutzenaspekten ist hierbei eine quantifizierende Aussage erreichbar
Es lassen sich Nutzenpotentiale in vier verschiedenen Kategorien unterscheiden :

Als Ergebnis der Nutzenerhebung liegen konkrete, auf den Aussagen der Fachabteilungen basierende Zahlen vor. Der so monetär bewertete Nutzen wird den mit der GIS-Einführung verbundenen Kosten in einer Kosten-Nutzen-Analyse gegenübergestellt (Abb. 3).
abb2 (19K)

Abbildung 3: Vorgehen bei der Kosten-Nutzen-Untersuchung.

Quantifizierung der Nutzenaspekten

Jede involvierte Organisationseinheit muss zu jedem Informationsprodukt für jede Nutzenkategorie eine spezifische Schätzung in Hinblick auf die Erfüllung derzeitiger und künftig zu erwartender Aufgaben abgeben.
Die Angabe des Nutzens erfolgt direkt in monetären Einheiten oder - falls sich eine Arbeitsersparnis leichter ausdrücken lässt - in Stunden pro Zeiteinheit. Wesentlich ist, dass für alle Nutzenkategorien eine quantifizierende Schätzung geschieht.
Durch die Fachabteilungen ist anzugeben, wodurch der jeweilige Nutzen entsteht. Zu berücksichtigen sind auch zyklisch auftretende Nutzen (z. B. Vorbereitung von Ausschusssitzungen, Erstellung von Jahresstatistiken). Bei Bedarf können die Angaben durch zusätzliche Anmerkungen ergänzt werden, z. B. bezüglich zusätzlicher, einmaliger Nutzensaspekte. Hierbei wird deutlich, welche Arbeitsabläufe und -prozesse durch das GIS Unterstützung erfahren sollen.

Kosten

Es ist wesentlich, die verschiedenen Kostenstellen für Investition, laufenden Betrieb und Reinvestition zu kennen, um eine realistische Schätzung der Gesamtkosten zu erhalten. Kosten treten in Abhängigkeit von Art des Projekts in folgenden Bereichen auf (vgl. Abb. 4):
abb3 (11K)

Abbildung 4: Kostenanteile bei einer kommunalen GIS-Einführung (Angaben in Euro, Kommune, ca. 45000 Einwohner).

Kosten-Nutzen-Analyse

In die Kosten-Nutzen-Analyse werden die geschätzten Kosten und die monetären Ergebnisse der Nutzenanalyse einbezogen und für eine Durchschnittsperiode von beispielsweise 10 Jahren gegenübergestellt (BEHR 2000:220). Break-even-point und andere betriebswirtschaftliche Parameter können so ermittelt werden. Kürzere Perioden erscheinen bei der GIS-Einführung wenig sinnvoll, da in den ersten Jahren erfahrungsgemäß ein sehr hoher Kapitaleinsatz für die Datenersterfassung benötigt wird und der Nutzen erst nach einer gewissen Anlaufzeit zum Tragen kommt. Dabei ist jedoch ebenfalls zu berücksichtigen, dass die Lebensdauer einer Hardwaregeneration nur ca. 3 - 5 Jahre beträgt und entsprechend Neubeschaffungen innerhalb der Periode zu tätigen sind.